LOKALTEIL VIECHTACH  vom 23.01.2004

„Viedaha“ in einer 900 Jahre alten Urkunde lässt die Stadt das ganze Jahr hindurch feiern

Die erste urkundliche Erwähnung dokumentiert eine Schenkung der Grafen von Bogen an das Kloster Oberalteich

Viechtach (hl). Wenn Viechtach das ganze Jahr hindurch das Jubiläum "900 Jahre Viechtach" feiert, dann bedeutet dies nicht, dass der Ort vor exakt 900 Jahren gegründet worden ist. Vielmehr bezieht sich die 900-Jahr-Feier auf die erste nachgewiesene urkundliche Erwähnung von "viedaha" - und die stammt aus dem Jahr 1104. "Sicut neglegentibus et desidiosis vivendi corporis et anime" beginnt das in lateinischer Sprache verfasste Schriftstück, das im bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt wird und dort auch eingesehen werden kann. Es stammt aus dem sogenannten Traditionsbuch des Klosters Oberalteich bei Bogen und wurde dort wohl anlässlich einer Schenkung zum Peter-und Paulstag (29. Juni) des Jahres 1104 - die Basilika in Oberalteich ist dem Hl. Petrus geweiht - angefertigt.
Zunächst soll aber der historische Zusammenhang von Oberalteich und Viechtach kurz erklärt werden. Die Gegend um Viechtach wurde bereits im 9. Jahrhundert vom Kloster Metten aus besiedelt. Der Wald wurde planmäßig gerodet, vor allem entlang der Flüsse entstanden die ersten Orte. Im 11. Jahrhundert bekam dann das Geschlecht derer von Bogen immer mehr Macht und Einfluss; sie trieben die Rodungen systematisch voran und wurden zum beherrschenden Geschlecht im Donauraum und Bayerischen Wald.
Ende des 11. Jahrhunderts wollte Domvogt Friedrich II. von Bogen ein Hauskloster errichten, und zwar in Oberalteich, das sich in Familienbesitz befand. Das Kloster war auch als Grablege für das eigene Geschlecht und seine Ministerialen gedacht. Domvogt Friedrich II. wurde bei diesem Vorhaben von den Familienmitgliedern unterstützt - von beiden Bogener Linien, nämlich von der der Domvögte von Regensburg (Gattin Adelheid, die Söhne Friedrich III., Hartwig und Ulrich sowie seiner Enkelin Tuta) und von der der Grafen von Bogen (Luitgard von Windberg-Bogen sowie die Söhne Bertolt und Albert).
Zur Ausstattung des Klosters und für den Lebensunterhalt der Mönche stellten die Familienmitglieder zahlreiche Eigengüter in Aussicht. Dies waren vor allem Höfe, Mühlen oder auch Fischweiher, deren Bewirtschafter verpflichtet wurden, einen Teil ihrer Einnahmen dem Kloster zu überlassen. Dies wurde in sogenannten Schenkungsurkunden niedergeschrieben. Bereits im Jahr 1080 soll die Schenkung des Schnitzhofes (bei Fischaitnach) an Oberalteich erfolgt sein, ein schriftlicher Nachweis ist dafür aber nicht bekannt.
Erhalten und bekannt aber ist der Eintrag im Traditionsbuch des Klosters Oberalteich aus dem Jahre 1104, das Original befindet sich im bayerischen Hauptstaatsarchiv. Die Gymnasiallehrer Christoph Heiduk und Walter Liebl (Geschichte und Latein) vom Dominicus-von-Linprun-Gymnasium haben sich auf Bitten der Stadt eingehend mit dieser Urkunde beschäftigt und sie auch übersetzt. Voraussetzung dafür war, das um 1100 geschriebene Latein (spätkarolingische Minuskelschrift) ins heutige Latein zu übertragen. Besonders schön und tiefsinnig ist der einleitende Satz: "Gleichwie bei den Säumigen und Müßigen im Leben Schaden an Körper und Seele entsteht, so ist den im Guten Handelnden Lohn gewiss und ewig". Und dann schildert das Schriftstück, wie man sich durch Schenkungen nützlich in den Dienst der heiligen Kirche stellen und sich damit ewigen Lohn verdienen kann.
Trotz mancher Lücken und Ungereimtheiten geht unzweifelhaft daraus hervor, dass eine adelige Dame namens Adelheit eine mittelgroße Hufe (Hof) bei Vieda-ha (Viechtach) dem heiligen Petrus übertragen und damit dem Kloster Oberalteich geschenkt hat: "Item domina Adelheit/medium mansum in Viedaha sancto Petro tradidit". Für den Historiker Christoph Heiduk gibt es keinen Zweifel über die Echtzeit dieses Dokuments, das die Grundlage für die jetzige 900-Jahr-Feier bildet.
Weiter sind in der Urkunde Schenkungen einer Mühle bei Viechtach neben der Aitnach (wahrscheinlich Schnitzmühle) und eines Fischeranwesens bei Ascinheim (vermutlich "Asamer" in Schlatzendorf, gegenüber der heutigen Firma Linhardt) sowie eines Hofes in Allersdorf erwähnt. 

Damit dürfte bewiesen sein, dass die "Wiege" der Stadt Viechtach in den Ortsteilen der früheren Gemeinde Schlatzendorf "gestanden" hat. Ein besonderer Grund für alle Schlatzendorfer, dieses Jahr kräftig mit zu feiern. Alle (auch alle Vereine) sind herzlich eingeladen, sich an den Jubiläumsfeierlichkeiten zu beteiligen! 

 

LOKALTEIL VIECHTACH  vom 24.12.2003

Stimmung bei Dorfweihnacht

Großer Erfolg für den Markt der Ortsvereine

Schlatzendorf (vbb). Zum zweiten Mal veranstalteten heuer die Schlatzendorfer Ortsvereine - Feuerwehr, Schnupferclub Schnitzmühle, EC, ESV und Veteranen- und Reservistenverein - auf dem Dorfplatz bei der Kapelle einen Weihnachtsmarkt, der bei den vielen Besuchern bestens ankam. Auf dem Vorplatz vor der Dorfkapelle und dem Kriegerdenkmal war wieder eine kleine Budenstadt aufgebaut. Sitzgruppen mit sieben Feuerstellen und vielen Stehtischen luden zum Verweilen ein. Die Beleuchtung der Dorfkapelle und des Kriegerdenkmals sowie ein großer Christbaum sorgten für ein stimmungsvolles Bild. Eine von Xaver Kellermeier aus Baumstämmen gefertigte "Heilige Familie" unter dem Kapellenvordach fand große Bewunderung. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Bläsergruppe der Stadtkapelle Viechtach sowie Ferdinand Stern mit schönen Weihnachtsliedern. Bürgermeister Bruckner hatte den Weihnachtsmarkt eröffnet.
Die Dorffrauen boten Weihnachtsschmuck und Weihnachtskerzen zum Kauf an. Die Schlatzendorfer Kinder hatten fleißig getöpfert und verkauften Christbaumschmuck, auch Strickwaren wurden angeboten und an den Ständen der Ortsvereine gab es Plätzchen, Glühwein, Würstlsemmeln und Gulaschsuppe.
Die Organisatoren der Arbeitsgruppe "Dorfgemeinschaft" waren vom Besucherandrang überwältigt. Insbesondere beim Besuch des Nikolaus (Alois Pinzl) war der ganze Platz voll. Alle zeigten sich überrascht, was die Dorfgemeinschaft auch heuer wieder auf die Beine gestellt hatte.
2. Bürgermeister und zugleich Sprecher des Ortsbeirates, Erich Muhr, dankte allen, die zum Gelingen des Weihnachtsmarktes beigetragen haben. Die Zusammenarbeit aller Ortsvereine habe großen Gemeinschaftssinn gezeigt.

 

LOKALTEIL VIECHTACH  vom 11.12.2003

Weihnachtsmarkt unter der Kapelle

Morgen, Freitag, ab 16 Uhr - Nikolaus und Stadtkapelle

Schlatzendorf (vbb). Nach dem großartigen Erfolg im letzten Jahr wird es auch heuer in Schlatzendorf einen Weihnachtsmarkt geben. Organisiert wird er von den fünf Ortsvereinen, Termin ist der kommende Freitag, 12. Dezember. Die Vertreter des Dorfausschusses sowie der Feuerwehr, des Veteranen- und Reservistenvereins, des Schnupferclubs Schnitzmühle und der beiden Eisschützenvereine EC und ESV waren sich einig, diesen Weihnachtsmarkt beizubehalten. 1050 Euro konnten im Vorjahr für einen guten Zweck gespendet werden (je 350 Euro erhielten der Viechtacher und der Blossersberger Kindergarten sowie Pfarrer Wagner für die Rumänienhilfe).
Bei der letzten Dorfausschusssitzung wurde ein kleines Rahmenprogramm festgelegt. Dazu gehören der Auftritt der Stadtkapelle Viechtach mit der Bläsergruppe unter der Leitung von August Wanninger. Um 18 Uhr wird der Nikolaus erwartet.
In den Hütten wird angeboten: Glühwein, Kinderpunsch, Plätzchen, Bratwurstsemmeln, Gulaschsuppe, Schmalzbrot, sowie verzierte Kerzen, Teelichter, Weihnachtskugeln und vieles mehr. Auch ein Stand für die Rumänienhilfe ist wieder dabei und Monika Peischl ist mit Strickwaren vertreten. Die Dorfkinder unter Leitung von Elfriede Muhr vervollständigen mit selbst gebastelten Töpfer- und Keramikwaren den Weihnachtsmarkt.
Der Schlatzendorfer Weihnachtsmarkt sollte wieder ein gemütliches Fest werden. Beginn ist morgen um 16 Uhr. Die offizielle Eröffnung erfolgt gegen 16.30 Uhr durch Bürgermeister Georg Bruckner. 2. Bürgermeister Erich Muhr als Mitinitiator dankte schon im voraus für die Bereitschaft zum Mitmachen und wünschte dem Fest bei der Dorfkapelle einen guten Verlauf.

 

LOKALTEIL VIECHTACH vom 8. März 2003

Schlatzendorfer und ihr Herz für Kinder

Weihnachtsmarkt: 1050 Euro für Kindergärten und Rumänienhilfe

Schlatzendorf (elf). Eine gute Idee für einen guten Zweck brachte durchschlagenden Erfolg. Dies ist die stolze Bilanz des 1. Schlatzendorfer Weihnachtsmarktes, dessen Erlös Vertreter der beteiligten Ortsvereine und des Ortsbeirates jetzt an die beiden städtischen Kindergärten und an die Rumänienhilfe von Pfarrer Wagner überreichten. Zur Spendenübergabe trafen sich kürzlich alle Vertreter der fünf beteiligten Ortsvereine im Gasthaus Sonnenblick. Erich Muhr, 2. Bürgermeister und Sprecher des Ortsbeirats, konnte dazu auch die Leiterinnen der städtischen Kindergärten, Schwester Rupertis und Schwester Gisela von St. Josef und Corinna Weißhäupl vom Blossersberger Kindergarten sowie Pfarrer Johann Wagner begrüßen.
Sie teilen sich die Gesamtspende in Höhe von 1050 Euro. Allen drei Einrichtungen kommen also je 350 Euro zu gute. Damit folgten die Verantwortlichen einem Beschluss des Ortsbeirates, demzufolge nur Einrichtungen innerhalb des Stadtgebietes in den Genuss von Spenden kommen sollen.
Erich Muhr freute sich sichtlich über den "großen Erfolg" dieser Aktion nicht nur aus finanzieller Sicht. Aufgrund des Zusammenhalts und Gemeinschaftsgeistes sei es letztes Jahr erstmals gelungen, eine gemeinsame Aktion auf die Beine zu stellen. Darüber sei er "froh und dankbar".
Im Rahmen dieses Treffens nutzte er nochmals die Gelegenheit, allen Beteiligten für ihren Idealismus und Einsatz zu danken - allen voran Helmuth Grabmeier und Erwin Schwürzinger sowie den vielen fleißigen Frauen und Kindern, die mit Selbstgebackenem und Bastelarbeiten einen erheblichen Anteil am Gelingen des Weihnachtsmarktes hatten.
An die 500 Besucher zählten die Verantwortlichen zur Hauptzeit, berichtete Erich Muhr. Dass der erste Schlatzendorfer Weihnachtsmarkt auch ein finanzieller Erfolg geworden ist, führte Muhr auch auf die Unterstützung durch die Stadt Viechtach, den städtischen Bauhof, die Stadtkapelle, die Werbegemeinschaft Viechtach (für die Überlassung der Verkaufshütten) und die zahlreichen Spender und Helfer zurück.
Folgende Ortsvereine waren mit von der Partie: die Freiwillige Feuerwehr, der Veteranen- und Reservistenverein, der ESV und der EC Schlatzendorf und der Schnupferclub Schnitzmühle.
Ermutigt durch diesen vielversprechenden Auftakt, wollen Dorfausschuss und Ortsvereine auch Weihnachten 2003 - voraussichtlich am 12. Dezember - den Weihnachtsmarkt wiederholen. Eingebunden ist diese Aktion in den Rahmen der Dorferneuerung, die sich im Frühjahr 2001 aus ersten Anfängen heraus langsam entwickelt hat und alljährlich mit neuen Ideen weiterentwickelt werden soll, wie die Organisatoren ankündigten.

PNP vom 20. Dezember 2002 LOKALTEIL VIECHTACH

Eine Neuauflage ist fest eingeplant

1. Weihnachtsmarkt: Organisatoren vom Besucherandrang überwältigt

Schlatzendorf (vbb). Die Schlatzendorfer Ortsvereine EC Schlatzendorf, ESV Schlatzendorf, Freiwillige Feuerwehr, Schnupferverein Schnitzmühle sowie Veteranen- und Reservistenverein veranstalteten am Freitag, 13. Dezember, auf dem Dorfplatz bei der Kapelle den 1. Schlatzendorfer Weihnachtsmarkt. Auf dem Vorplatz vor der Dorfkapelle und dem Kriegerdenkmal war eine kleine aber feine Budenstadt aufgebaut. Sitzgruppen mit Feuerstellen und einige Stehtische luden zum Verweilen ein. Eine schmucke Beleuchtung sorgte für ein stimmungsvolles Ambiente. Die offizielle Eröffnung erfolgte durch Bürgermeister Georg Bruckner. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Bläsergruppe der Stadtkapelle und die "Junge Kantorei" unter der Leitung von Chordirektor Sigi Beck.
Die Dorffrauen boten Weihnachtsschmuck und Weihnachtsgestecke zum Kauf an. Die Schlatzendorfer Kinder hatten fleißig getöpfert und verkauften Christbaumschmuck und Kerzenständer aus Ton. Strickwaren und Weine wurden angeboten.
Die Ortsvereine verwöhnten die Besucher mit Plätzchen und Glühwein. Für den Hunger gab es Würstlsemmeln und selbst gemachte Gulaschsuppe. Für die kleinen und großen Leckermäuler war ein Süßwarenstand aufgebaut. Die Organisatoren um den Sprecher der Arbeitsgruppe "Dorfgemeinschaft" Erwin Schürzinger und den Sprecher des Ortsbeirats Erich Muhr waren vom Besucherandrang schier überwältigt. Insbesondere beim Besuch des Nikolaus war der ganze Platz besetzt. Die Besucher des Weihnachtsmarktes waren überrascht, was die Dorfgemeinschaft hier auf die Beine gestellt hatte.
Mit diesem 1. Weihnachtsmarkt sollte die Dorfgemeinschaft gestärkt werden. Die Zusammenarbeit aller Ortsvereine hat großen Gemeinschaftssinn gezeigt. Die Unterstützung durch die Dorf- und Stadtbevölkerung hat die Verantwortlichen bestärkt: Im nächsten Jahr wird es den 2. Schlatzendorfer Weihnachtsmarkt geben.

PNP vom 18. Oktober 2002

LOKALES

Schlatzendorfer Säule gefällt nicht allen

Wünsche und Anträge im Stadtrat - Bald Begehungen in den Stadtteilen

Viechtach (oh). Hauptsächlich um Fragen zur Dorferneuerung in den einzelnen Stadtteilen ging es bei den Wünschen und Anträgen in der jüngsten Stadtratssitzung. "Mir gefällt die neue Säule und der Treppenaufgang beim Feuerwehrhaus in Schlatzendorf nicht", merkte Stadtrat Walter Schlicht (Unabhängige) an. Seiner Meinung nach sei die Konstruktion zu groß und zu pompös geraten: "Da stimmen die Relationen nicht mehr."
2. Bürgermeister Erich Muhr (SPD), der gleichzeitig auch Vorsitzender der Dorferneuerung in Schlatzendorf ist, meinte dagegen, über Geschmack lasse sich streiten. "Ich finde, uns ist das Ensemble rund um das Feuerwehrhaus gut gelungen, vor allem wenn man bedenkt, wie es vorher ausgesehen hat."
Seit September sind die Arbeiten an diesem Teilbereich der Schlatzendorfer Dorferneuerung abgeschlossen. Bei dieser Thematik fragte Stadtrat Heinrich Schmidt (Freie Wähler Blossersberg-Pirka) an, wie weit die Planungen für die Dorferneuerung in den einzelnen Stadtteilen jetzt wären. Bürgermeister Georg Bruckner sagte dazu, dass in Kürze weitere Begehungen mit Mitarbeitern der Direktion für Ländliche Entwicklung folgen würden. "Es wird wohl so sein, dass Schlatzendorf erste Priorität bekommt, und dann Blossersberg oder Wiesing kommen", sagte der Rathaus-Chef. Es sei sinnvoller, wenn die Stadt der Direktion sage, man konzentriere sich auf einen Ortsteil, damit sich die Förderung dort dann zügig durchführen lasse, meinte Bruckner.
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PNP vom Samstag, 22. Juni 2002   Lokalteil Viechtach
Die Stadt putzt Schlatzendorfs Ortsmitte heraus

Vieles neu beim Feuerwehrhaus: Brunnen mit Widderkopf geplant - Im nächsten Jahr soll es am Dorfplatz weiter gehen

Von Elisabeth Fischl

Viechtach. Gute Fortschritte machen in diesen Tagen die Verschönerungsarbeiten rund um das Feuerwehrgerätehaus in Schlatzendorf. Sie gehören zum ersten Bauabschnitt im Rahmen des Programms zur Dorferneuerung, die ausschließlich aus dem städtischen Haushalt finanziert werden.

Rund 100 000 Euro stehen für diesen Kernbereich in der Ortsmitte zur Verfügung. Wie 2. Bürgermeister Erich Muhr, Sprecher des Ortsbeirats, dem Viechtacher Bayerwald-Boten gegenüber erklärte, müssen die baulichen Maßnahmen Zug um Zug durchgeführt werden. Leider können die Schlatzendorfer sich aus keinem öffentlichen Fördertopf bedienen, sind also an die finanziellen Vorgaben des Stadtsäckels gehalten. "Deshalb müssen wir uns finanziell nach der Decke strecken", erläutert Muhr diesen Nachteil.
Die notwendigen Vorarbeiten planungstechnischer Natur wurden bereits im letzten Jahr abgewickelt. Architekt Sigi Wild zeichnet für Planung, Ausschreibung und Auftragsvergabe verantwortlich. Er hat gemeinsam mit den eigens etablierten Arbeitskreisen im Vorfeld gute Arbeit geleistet, die jetzt Woche um Woche konkrete Konturen annimmt.
Die Schlatzendorfer registrieren mit Dankbarkeit, wie binnen weniger Wochen das Bild rund ums Feuerwehrhaus sich positiv verändert hat und noch verändern wird. Augenfällig ist besonders das um die Hälfte gestutzte Transformatoren-Häusl. Mit seinem roten Walmdach, eingedeckt mit sogenannten Biberschwänzen auf einem gezimmerten Dachstuhl, präsentiert sich das vormals mit hässlichen Eternitplatten verkleidete Häuschen jetzt deutlich schmucker und stellt in diesem sensiblen Dorfplatzbereich kein störendes Moment mehr dar.
Einen weiteren Schwerpunkt in diesem Kernbereich stellt der Treppenaufgang in Richtung Dr.-Amberger- Straße dar. Die marode Treppe ist mittlerweile verschwunden. Arbeiter der Firma Zankl Viechtach haben nach den Plänen des Architekten den Aufgang abgeflacht und die beschwerliche Steigung herausgenommen.
"Wir wollen hier eine elementare Verschönerung hineinbringen", gibt sich Erich Muhr zuversichtlich, dass das Ergebnis den Dorfbewohnern gefallen wird. Die einzelnen Stufen werden mit Granitplatten belegt, die Mauerkrone zurückgenommen und auf halber Höhe des Aufgangs wird eine Sitzbank installiert. Im Gegensatz zu früher wird diese Treppenanbindung auch beleuchtet sein und wird zusätzlich mit einem Stahlgeländer mit Juniorhandlauf (für Kinder) ausgestattet.
Für den alten Granitbrunnen unterhalb des Treppenaufgangs haben sich die Planer und Mitglieder des Arbeitskreises etwas Besonderes einfallen lassen. Er bleibt an gleicher Stelle, wird nach Aussage von Ortssprecher Muhr auf ein Podest gestellt und bekommt als Blickfang und Schmuckstück einen Wasser speienden Widderkopf. Dieser soll den Symbolcharakter der ehemals landwirtschaftlich geprägten Stadtteilgemeinde untermauern, sagt Erich Muhr. Diese Arbeiten wird der Steinmetzbetrieb Preuß ausführen.
Damit ist die Dorferneuerungsmaßnahme aber noch nicht erschöpft. Die drei Arbeitskreise, in denen alle fünf Dorfvereine vertreten sind und sich mit ihren Ideen einbringen können, haben als nächstes Ziel den Bereich Dorfplatz/Dorfkapelle ins Visier genommen. Verkehrsberuhigende Maßnahmen im Bereich Einmündung Dr.- Amberger-Straße und Anbindung zum Mitterweg stehen hier im Vordergrund.
Erich Muhr hofft, dass die Schlatzendorfer dafür im nächsten Jahr die nötigen Mittel für diese Umgestaltung aus dem Stadthaushalt bekommen. Vorgesehen sind außerdem Umstrukturierungen im unteren Dorf sowie im Einfahrtsbereich des Busunternehmens Aschenbrenner.
Der Dorferneuerungsgedanke kommt nicht nur auf baulicher Ebene zum Tragen. Vielmehr sieht Ortsbeiratssprecher Muhr die geistige Erneuerung der Dorfgemeinschaft auch und vor allem als Gemeinschaftsaufgabe. Ein eigener Arbeitskreis will sich darum kümmern, wie die verschönerten Plätze mit dörflichem Leben und gemeinsamen Aktivitäten erfüllt werden können. Eine eigene Ortschronik soll letztlich das i-Tüpferl gemeinsamer Arbeit darstellen, wobei Erich Muhr hofft, dass alle Dorfbewohner an einem Strang ziehen und sich von der Begeisterung für diese Dorferneuerung tragen lassen. "Schlatzendorf darf nicht hint anstehen", sagt Muhr und ist überzeugt, dass der alte Ortskern nach Abschluss der Maßnahme noch mehr an liebenswerter Lebensqualität für die heimischen Bürger gewinnt.

PNP vom Freitag, 9. November 2001   Lokalteil Viechtach

Bald fahren Baumaschinen
in Schlatzendorf auf

Viechtach (gsc). Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montag die Arbeiten für die Umgestaltung des Umfeldes des Feuerwehrhauses in Schlatzendorf vergeben. Knapp 200 000 Mark sollen dort in den nächsten Monaten verbaut werden. Demnach erledigt die Viechtacher Firma Zankl die Baumeisterarbeiten zu einem Angebotspreis von 118 094,53 Mark. Die Schlosserarbeiten führt die Firma Alt aus zu einem Preis von 16 000,46 Mark. Das dritte Gewerk, die Natursteinarbeiten, ging an die Firma Preuß; sie will mit 65 693,90 Mark auskommen.
Der örtliche Beauftragte Erich Muhr teilte dem Gremium mit, dass nicht mehr alle Arbeiten heuer erledigt würden; denn im Haushaltsplan seien im laufenden Jahr lediglich 100 000 Mark für die Maßnahmen vorgesehen. Auf Nachfrage von Heinrich Schmidt bestätigte Stadtbaumeister Wolfgang Achatz, dass die Stadt im vorgegebenen Kostenrahmen bleibe. Kämmerer Erhard Englmeier wies darauf hin, dass mit der Vergabe auch die Mittel für das kommende Jahr bereits ausgeschöpft seien.


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PNP vom Mittwoch, 19. September 2001   Lokalteil Viechtach

Erster Beschluss für ein schöneres Dorf

In Schlatzendorf beginnt die Ortssanierung - Ortsbeirat und Stadt arbeiten eng zusammen
Viechtach (hl). Der Ortsteil Schlatzendorf soll schöner werden! Dies ist erklärtes Ziel des Stadtrates, der in seiner Sitzung am Montag den ersten Beschluss dafür gefasst hat: Noch heuer soll mit der Sanierung im Bereich des Feuerwehrhauses begonnen werden.
Bereits im Frühjahr wurde in Schlatzendorf ein Ortsbeirat gebildet, der in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Ortsplaner Siegi Wild (Furth i. Wald) die angestrebte Ortsverschönerung vorbereitet und koordiniert. "Unser Anliegen ist es, dass die Bürger mitarbeiten und ihre Vorstellungen einbringen können", erklärte Stadtrat Erich Muhr, der dem Ortsbeirat vorsteht, in der Sitzung.
Leider, so Bürgermeister Georg Bruckner einleitend, sei es nicht möglich gewesen, auch Schlatzendorf im Förderprogramm "Dorferneuerung" unterzubringen. Dies bedeute, dass im Gegensatz zu Schönau alle Maßnahmen in Schlatzendorf von der Stadt selbst finanziert werden müssen. Ungeachtet dessen wolle man die Ortssanierung so schnell wie möglich anpacken, nicht zuletzt deshalb, weil auch die Bewohner voll dahinter stünden.
Als Ortsplaner, dessen "Handschrift bei den Leuten ankommt", stellte der Bürgermeister dann Architekt Siegi Wild (Furth i. Wald) vor, der bereits die Dorferneuerung in Schönau und Rattersberg geplant hat und jetzt auch die Maßnahmen in Schlatzendorf fachlich begleitet.
Architekt Wild bestätigte, dass der Begriff Dorferneuerung für Schlatzendorf nicht mehr zutreffe. Zu sehr sei der Ortsteil mit der Stadt vernetzt, "man muss das Dorf regelrecht suchen". Ziel der Ortssanierung müsse es deshalb sein, durch bauliche und optische Verbesserungen auch die "Identität der Ortsbewohner" aufzuwerten.
Der Planer stellte dann eine Reihe von Maßnahmen vor, die in Absprache mit dem Ortsbeirat und dem Stadtbauamt als notwendig und wünschenswert erachtet wurden und nacheinander durchgeführt werden sollen. Erster Schwerpunkt soll dabei das Umfeld des Feuerwehrhauses sein. Dort sollen zunächst Mauer und Treppenaufgang einladender gestaltet und der Gehsteig verbreitert werden. Die Kosten hierfür sind mit 119 000 Mark veranschlagt, die Ausschreibung soll demnächst erfolgen.
Nächste Maßnahme wäre dann der Rückbau des Trafoturms zu einem Häuschen. Gespräche mit der OBAG müssen noch geführt werden, nach Ansicht von Stadtrat Heinz Schmelmer ist die OBAG zum Rückbau verpflichtet. Die weitere Planung sieht die Eingrünung des Container- Stellplatzes, die Neugestaltung des Brunnens und eine Verschönerung des Feuerwehrhauses vor.
In der Diskussion lobte CSU-Sprecher Edwin Schedlbauer das Engagement der Schlatzendorfer, das die Unterstützung der Stadt verdiene. Auf eine entsprechende Nachfrage von Zweitem Bürgermeister Heinrich Schmidt erklärte Beiratssprecher Erich Muhr, dass auch die Außenbereiche von Schlatzendorf in die Sanierung einbezogen werden sollen.
Der Beschluss, mit der ersten Maßnahme noch heuer zu beginnen (die Finanzmittel sind im Haushaltsplan vorgesehen) wurde einstimmig gefasst. Stadtrat Erich Muhr dankte im Namen des Ortsbeirates der Stadtverwaltung und Architekt Wild für die bisherige gute Zusammenarbeit und sicherte die Mitarbeit der Schlatzendorfer bei den Sanierungsmaßnahmen zu.