Schlatzendorf 
Ortsteil der
Stadt Viechtach 


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Kurzchronik

Der Ort Schlatzendorf liegt südöstlich von Viechtach, eingebettet zwischen dem Schwarzen Regen und dem Pfahl. Der auf ”-dorf” endende Ortsname lässt ein hohes Alter erkennen. Bodenfunde, so z.B. ein spätneolithisches Steinbeil (3. Jahrtausend v. Chr.) deuten darauf hin, dass bereits in vorgeschichtlicher Zeit Menschen im Gebiet um Viechtach gelebt haben. Der Heimatforscher Zollamtmann Anton Trellinger findet den Namen “Schlatzendorf” erstmals im Jahr 1274 erwähnt. Das Kloster Oberalteich hatte in ”Slachsendorf” zwei Höfe. Im zweiten herzoglichen Salbuch um 1280 tritt der Ort unter dem Namen ”Schlächsendorf” auf. Er gehörte zum Kollegialstift “Zur Alten Kapelle” in Regensburg und umfasste vier Güter. Es handelt sich also vermutlich um die Siedlung eines ”Salacho”.

Im Jahr 1411 bekannte Hans von Slachsendorf, dass ihm der Dekan Johann Ellerbach und das Kapitel zur Alten Kapelle ein Gut in Schlatzendorf auf Leibrecht (d.h. zur Benutzung auf Lebenszeit) verliehen habe. Siegler war Eberhard der Nußberger zu Challenburg (Kollnburg). Im Jahre 1577 wurden in Schlatzendorf drei Höfe, sechs Lehen und sechs Sölden genannt. Dieselbe Zahl an Anwesen führt eine Lehens- und Widmungsbeschreibung der Pfarrei Viechtach aus dem Jahre 1601/03 auf.

Die Gemeindeflur, die entlegenen Höfe und Weiler und Ortschaften, die heute zu Schlatzendorf gehören, geben manchen Einblick in unsere Vergangenheit:

Einer der Hauptverbindungswege ist die Straße nach Altnußberg (alte Bundesstraße 85), jetzt ”Nußbergerstraße”. Mitten im Dorf wurde ein altes steinernes Wegkreuz errichtet. Vermutlich erinnert es an eine Viehseuche.  

Direkt gegenüber liegt eines der ältesten Anwesen in Schlatzendorf, der ”Steinbauerhof”, der bereits um 1664 erwähnt wird.

Folgt man der Nußbergerstraße, kommt man zur Einöde ”Stockhof”, die in ihrem Namen von den einstigen Rodungsarbeiten Zeugnis ablegt. Dem Weg weiter folgend, liegt rechts der Straße in dem sich weitenden Tal der Aitnach die ”Reibenmühle” oder ”Egermühle”, die bereits auf der Apian´schen Landkarte aus der Zeit um 1560 erscheint.  

Links von der Straße liegt auf einer Höhe von 491 m der Weiler ”Zießelsberg” (Ziselsberg), der ebenfalls auf ein sehr hohes Alter zurückblicken kann. Bereits im Jahr 1160 erscheint in einer Urkunde ein ”Wolfram de Zistansperg” und noch 1601 saß ein Hans Zitzleinsperger auf dem Hof. Unweit von diesem Hof liegt an der Nordwestseite des 655 m hohen Sattelberges die Ortschaft “Irlach”, die ihren Namen sicher vom Erlengebüsch herleitet und auch ”Aetzleinstorf” hieß. 

Etwas südlich davon liegt der Weiler “Harnberg”, früher auch ”Haimesperg” oder ”Hagenberg” genannt. Im Volksmund wird der Weiler auch heute noch ”Haimberg” genannt.

An der Straße von Schlatzendorf nach Altnußberg liegt das 528 m hoch gelegene uralte “Rannersdorf”, früher auch ”Rannersdorf am Sand” genannt. Der um die Erforschung der Geschichte des Bayerwaldes hochverdiente Abt Braumüller von Metten glaubt das 1158 erwähnte ”Reginoldesdorf” in unserem Rannersdorf suchen zu müssen. Daraus wäre zu schließen, dass es einst Besitzung eines Reginald war.

Eine Sandstraße führt wieder nach Schlatzendorf zurück. Rechts der Straße liegt dem Regen zugewandt die Ortschaft “Enzleinsgrub”.

Dem Weg folgend, liegt linker Hand der Weiler ”Pignet”, der ebenfalls auf eine alte Geschichte zurückblicken kann und der früher dem Kloster Niederaltaich gehörte. Am 17.8.1242 belehnte Abt Dietmar von Niederaltaich Konrad von Nußberg mit dem Niederaltaicher Gut ”Pignotann”. Längere Zeit saßen die Nußberger auf dem neu erworbenen Gut ”Pigenot”. Urkundlich wird es des öfteren erwähnt. Imposant und schützenswert ist die uralte Linde direkt beim Bauernhof.  

Die Straße führt über den uralten ”Schnitzhof” nach “Fischaitnach”, das in früherer Zeit ”Aitnach unterm Berg” genannt wurde. Man vermutet in dem Dörfchen die Siedlung eines ”Aido”. An der Mündung der Aitnach in den Regen liegt die ”Schnitzmühle” - früher Mühle und Sägewerk - jetzt Campingplatz und großes Landhotel.

Die frühere ”Ostmarkstraße”, jetzt Bundesstraße 85 (B 85) teilt Schlatzendorf in Unter-  und Oberschlatzendorf.  

Bau der "Ostmarkstraße" - B85 - beim Anwesen Fuihl in den 50iger Jahren

Fährt man von Ayrhof kommend in Richtung Viechtach, liegen links und rechts der Fernverbindungsstraße die behäbigen Höfe der stolzen Kurfürstenbauern. Sie erwarben seinerzeit ihre Höfe aus kurfürstlichem Besitz samt dem Recht, die Bezeichnung ”Kurfürstenbauern” zu führen. Wir sprechen noch heute von der ”Hofgegend”. Hier entstanden große Höfe, die von eingesessenen Familien über viele Generationen bewirtschaftet wurden und noch werden:  

der Ayrhof, der Fellerhof, der Haiderhof, Schweinberg, Brunner am Hof, Plötz am Hof, der Göttlhof, der Hinterholzer.

In der Gemeinde Schlatzendorf liegen links der B 85 der ”Egerbauer” (Hermann Reisinger) und rechts der ”Huttersberger” (Anton Reisinger).  

Am Ende der ”Huttersberger-Höhe” geht's nach links in die Ortschaft ”Pfahl” Diese bezieht ihren Namen vom gleichnamigen Quarzriff, das hier wieder gut sichtbar zu Tage tritt und Anfang des 14. Jahrhunderts ”Pfol” genannt wird (Trellinger).  

Der “Pfahl” gehört zu den bedeutendsten geologischen Naturdenkmäler Bayerns. Fast schnurgerade verläuft er auf einer Länge von über 150 km von Fürholz bei Freyung im Unteren Bayerischen Wald bis nach Schwarzenfeld in der Oberpfalz. Markanteste Punkte sind der “Große Pfahl” an der B 85 bei Viechtach, der Pfahl bei der Burgruine Weißenstein (bei Regen) und beim Schloß Thierlstein (bei Cham). Zahlreiche Sagen ranken sich um die Entstehung des Pfahls. Die Wissenschaft stellt (nüchtern) fest, daß der Pfahl “ein kompliziertes Fieder- und Scherspaltensystem füllt. Dieses entstand entlang einer tektonischen Bruchlinie bereits zu Beginn der variskischen Gebirgsbildung. Längs dieser Verwerfungszone wurde das Gestein stark beansprucht und zerrieben. Es entstanden morphologische weiche Gesteine, die sogenannten Pfahlschiefer. Gegen Ende der variskischen Gebirgsbildung (vor etwa 250 Millionen Jahren) drang heißes, kieselsäureartiges Wasser aus dem Erdinnern in das Spaltensystem ein. Noch unterhalb der Erdoberfläche kristallisierte es zu Quarzgestein aus. Die Freilegung des Quarzganges erfolgte im Laufe der Jahrmillionen durch Verwitterung und Abtragung des angrenzenden Gesteins”. Der milchig-weiße Pfahlquarz besteht zu 95 – 98% aus Kieselsäure (SiO2).

Wenn der “Pfahl” im Bereich Schlatzendorf auch nicht so grandios ausgeprägt ist, stellt er doch das beliebteste Nah-Erholungsgebiet für die Schlatzendorfer dar. Der Wanderweg am “Schlatzendorfer Wald” vom Antonikircherl bis zur Kneippanlage bei Eging ist ein beliebter Spazierweg für Alt und Jung. Die “Jogger” kommen hier ebenso zu ihrem Recht wie die zahlreichen “Biker”. Viele Laufwettbewerbe (u.a. Viechtacher Stadtlauf) finden hier im Laufe des Jahres statt.

Hier soll auch der Stammsitz der ”Pfahler von Pfahl”, ein bedeutendes Adelsgeschlechts des Bayerischen Waldes, gewesen sein. Der Heimatforscher Rudolf Penzkofer gibt in seinem Buch ”Das Landgericht Viechtach” an: ”Die Pfahler waren ein angesehenes, reichbegütertes Geschlecht, benannt nach der Siedlung Pfahl, wo sie auf einer Dienstmannenburg der Grafen von Bogen ihren Stammsitz hatten”. Grueber-Müller schreibt in einem Buch über den Bayerischen Wald über das Geschlecht der Pfahler: ”Es hatte seinen Stammsitz eine Viertelstunde südöstlich von Viechtach, am Pfahlrücken”. Auch bei Piendl (Jahrbuch des historischen Vereins Straubing, Jahrgang 1853) ist in einer Abhandlung über die Grafen von Bogen zu finden: ”Eine Dienstmannenburg der Grafen von Bogen ist sodann in Pfahl (bei Viechtach) überliefert. Dieser Besitz lässt vermutlich auf eigene Rodung schließen”.

Von der Stammburg der Pfahler selbst sind keine Reste oder urkundlichen Überlieferungen mehr vorhanden.

Kreisheimatpfleger Werner Pohl definiert in seinem Buch ”Die Pfahler von Pfahl” die Lage dieses Stammsitzes folgendermaßen: ”Von der Ortschaft Hilb im Aitnachtal zog ein alter Hohlweg nach der Ortschaft Pfahl am Schlatzendorfer Pfahl und von hier zum Pfahlrücken selbst. Dieser frühere Weg ist in der Landschaft noch teilweise nachweisbar. Der Weg dürfte über den Pfahl an den Schwarzen Regen geführt haben, wo eine Furt bestanden haben könnte, durch die es zur Burg Neunußberg weitergegangen sein dürfte. Es könnte sich um eine Verbindung von der Kollnburg zur Veste Neunußberg gehandelt haben. Am Schnittpunkt dieses Hohlweges mit dem Schlatzendorfer Pfahl könnte diese Burg gestanden sein. Die Burg könnte nicht nur der Sicherung der Verbindung Kollnburg-Neunußberg gedient haben, sondern auch der West-Ostverbindung am Pfahl entlang von Viechtach kommend in Richtung Patersdorf. Die Burg ist in einen Kranz von Befestigungen rund um Viechtach zu denken”.

Das Wappen der Pfahler ist in “Siebmachers Wappenkunde, II. Teil, Seite 80” abgebildet. Die Wappenbeschreibung lautet: “In Blau ein goldener Speerschuh zwischen zwei blau(goldenen-gold/blauen) Flügeln; Helmdecke: blau/gold”. Als “sprechender Teil” des Wappens ist der Speerschuh anzusehen, der auch “Pfahlschuh” bezeichnet wird. Der Speerschuh oder Pfahlschuh diente zur Aufnahme des Speeres, z.B. neben einem Zelt. Im Wappen der Pfahler versinnbildlicht dieser Speerschuh als Pfahl den Namen des Geschlechts.

 

 Das Wappen der “Pfahler vom Pfahl”

 

 

Erster Namensträger war um 1156 ein “Babo de Phalen”. Ein “Heinrich von Pfahl” war vermutlich um 1299 erster Richter in Zwiesel und um 1381 wird ein “Hans Pfaller” Pfleger in Weißenstein.

Der Besitz der Pfahler in der Ortschaft Pfahl befand sich nach dem Geschichtsforscher Rudolf Penzkofer bereits um 1300 in der Hand der Wittelsbacher (”aber ze Pfol ein Hof”). Am 30. Mai 1769 stellte Kurfürst Max Josef für den Markt Viechtach über die zwei Höfe (Oberhof und Niederhof) samt zwei Sölden zu Pfahl einen Lehensbrief aus.

Der Fund eines “Schrazlganges” beim Anwesen Muhr (“Kastl am Pfahl”) im Jahr 1994 zeigt ebenfalls, dass hier schon in der Frühzeit der Besiedelung unseres Raumes Kultstätten geschaffen wurden.

Zur früheren politischen Gemeinde Schlatzendorf gehörten neben dem eigentlichen Ort ”Schlatzendorf” noch 15 Weiler und Einöden mit einer Grundfläche von 959 Hektar.

Nachstehend die noch bekannten Gemeindevorsteher (Bürgermeister) der Gemeinde Schlatzendorf:

von 1859 bis 1863   Josef Sailer, Bauer, Pignet

von 1863 bis 1866   Johann Plötz, Bauer, Enzleinsgrub

von 1866 bis 1879   Alois Reisinger, Bauer, Huttersberg

von 1891 bis 1905   Alois Steinbauer, Bauer, Schlatzendorf

von 1906 bis 1912   Josef Penzkofer, Bauer, Schlatzendorf

von 1912 bis 1918   Xaver Reisinger, Bauer, Huttersberg

von 1919 bis 1923   Josef Penzkofer, Bauer, Schlatzendorf

von 1924 bis 1927   Hermann Sigl, Mühl- u. Sägewerksbes., Reibenmühle

von 1927 bis 1933   Josef Artmann, Bauer, Schlatzendorf

von 1933 bis 1945   Johann Peter, Bauer, Schlatzendorf

von 1945 bis 1956   Xaver Penzkofer, Bauer, Schlatzendorf  

von 1956 bis 1966 Anton Reisinger, Bauer, Schlatzendorf

von 1966 bis 1971   Albert Peter, Bauer, Schlatzendorf

Mitglieder des letzten Gemeinderats (bis 1971) waren:

Haimerl Fritz

Kargl Johann

Reisinger Hermann

Roß Bernhard

Stern Hermann

Stieglbauer Alois

Weber Johann

Weghofer Michael

Werner Franz

Wittmann Karl

Im Rahmen einer Bürgerabstimmung sprach sich die Mehrheit der Gemeindebürger für einen Anschluss an die Stadt Viechtach aus.

Zum 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Schlatzendorf, die 1859 die Selbstverwaltung erhalten hatte, in die Stadt Viechtach eingegliedert.

Seit 1996 ist Georg Bruckner (SPD) erster Bürgermeister der Stadt Viechtach, zweiter Bürgermeister ist Heinrich Schmidt (Freie Wähler) und dritter Bürgermeister ist Walter Schlicht (Unabhängige). Im Stadtrat sind 7 Mitglieder der CSU, 4 Mitglieder der SPD, 1 Mitglied der Grünen, 4 Mitglieder der Unabhängigen, 2 Mitglieder der Freien Wähler Blossersberg-Pirka und 2 Mitglieder der Freien Wähler Wiesing-Schönau vertreten.  

Bei den Kommunalwahlen 2002 wurde Bürgermeister Georg Bruckner mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Mit Erich Muhr, der die meisten Stimmen aller Stadträte erreicht hatte, wurde erstmals ein Schlatzendorfer 2. Bürgermeister der Stadt Viechtach. Mit Monika Müller wurde erstmals eine Frau zur 3. Bürgermeisterin gewählt.
Im neuen Stadtrat ab Mai 2002 ist die SPD mit 8 Stadträten die stärkste Fraktion. Die CSU stellt 5 Mitglieder, die Unabhängigen für Viechtach und Schlatzendorf 3 Mitglieder, die Freien Wähler Blossersberg-Pirka und Wiesing-Schönau sind jeweils mit 2 Stadträten vertreten.

Genau so interessant wie die geschichtliche und politische Vergangenheit ist die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde Schlatzendorf:

Noch vor 100 Jahren war unser Dorf überwiegend landwirtschaftlich strukturiert. Wie bereits ausgeführt, bestimmten zum Teil große landwirtschaftliche Höfe die Entwicklung. Aber auch die kleinen Handwerker   oder ”Häusler” hatten fast alle noch ein ”kleines Sacherl” im Nebenerwerb. Für den Eigenbedarf wurden im kleinen Stall ein bis zwei Kühe gehalten oder zu mindestens wurden Ziegen, Schweine oder Hühner gefüttert.

Der "Muhr-Stil" (Augustin Muhr) um 1940

 

Eine ordentliche Trinkwasserversorgung oder eine Kanalisation gab es nicht. Die Höfe hatten ihre eigenen Brunnen. Das Wasser wurde über teilweise sehr lange Holzleitungen in den aus Granit gehauenen Brunnentrog (Ousch) geleitet. Im Dorf selbst herrschte in den Trockenperioden oftmals Wassermangel. Auch heute noch sind alte (ungeschriebene) Wasserrechte bekannt. So holten viele Bewohner ihr Trinkwasser aus dem Dorfbrunnen beim ”Schuasta” (Stieglbauer). Nahezu bei jedem Haus gab´s einen Misthaufen, ein ”Summerhäusl” und eine Odelgrube.

Heute sind noch folgende Landwirte (überwiegend im Vollerwerb) im Gemeindebereich tätig:

Achatz Alfons Schnitzhof                                         (Hoffmann)

Schuster Hermann, Pignet                                       (Leija)

Kaps Erwin, Rannersdorf                                         (Kaps)

Steinbauer Josef, Irlach                                          (Hias)

Holzfurtner Franz, Irlach                                          (Holzer)

Piller Hermann, Pignet                                            (Pingerbauer)

Eckmann Hans, Stockhof                                       (Stockbauer)

Reisinger Anton, Huttersberg                                   (Huttersberger)

Preiß Robert, Pfahl                                                 (Stoama)

Wittmann Franz, Oberschlatzendorf                         (Moija)

Schötz Xaver, Oberschlatzendorf                             (Hijtagang)

Penzkofer Josef, Oberschlatzendorf                        (Hogngroua)

Kauer Johann, Hafnerhöhe                                      (Kollma)

Pledl Michael, Zißelsberg                                       (Zißelsberger)

Reisinger Hermann, Eging                                     (Egerbauer)

Muhr Josef, Pfahl                                                   (Kastl)

Kasparbauer, Harnberg                                         (Heimberger)

Holzfurtner August, Schlatzendorf                          (Steinbauer)

Steinbauer Willi, Schlatzendorf                              (Steinbauer)

Eckmann/Pointinger, Schlatzendorf                        (Schwo)

Heigl Ludwig, Rannersdorf                                     (Sime Luk)

Kaps Hans, Fischaitnach                                       (Kaps)

Kraus Hans, Enzleinsgrub                                      (Sol Hans)

Holzfurtner Karl, Enzleinsgrub                                (Gol-Bauer)

 

Erst im Jahr 1952 wurde unter Bürgermeister Xaver Penzkofer nach langwierigen Vorarbeiten die gemeindliche Wasserleitung mit einem Kostenaufwand von 150.000 DM gebaut.

Auch das Straßen- und Wegenetz war in einem erbärmlichen Zustand. Es gab keine Teerstraßen. In Hand- und Spanndiensten wurde die Straße nach Kirchaitnach einschließlich der Hafnerhöhe gebaut. Die Ausführung erfolgte selbstverständlich wieder als Schotterstraße. Genauso wurde auch die Straße von Ayrhof nach Harnberg über den Sattel nach Altnußberg gebaut. Im Jahr 1954 wurde das Gemeindehaus mit der Gemeindekanzlei errichtet (Baukosten 64.000 DM).

Unter Bürgermeister Anton Reisinger (Huttersberger) wurde ab 1956 die Bautätigkeit ausgeweitet. Mit der Ausweisung des Baugebietes ”Schädlberg” musste die Wasserleitung erweitert werden. Die Ortsstraßen wurden kanalisiert und geteert. Die Straße nach Irlach und Rannersdorf wurde neu gebaut. Für eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung wurde ein Gesamtkanalisationsplan in Auftrag gegeben.

Ab Mai 1966 wurde unter Bürgermeister Albert Peter mit dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses begonnen. Die Gesamtkanalisation wurde in Angriff genommen und fertiggestellt. Ebenso wurde die Straße im oberen Dorf gebaut. Im Jahr 1967 wurde die Flurstraße von der Gemeindegrenze bis zur Hafnerhöhe ausgebaut. Hier war ein Enteignungsverfahren notwendig, weil von den Grundstücksbesitzern die benötigten Teilgrundstücke nicht freiwillig abgetreten wurden.

Mit der Eingemeindung in die Stadt Viechtach war zweifellos ein wirtschaftlicher Aufschwung verbunden.

Das Prädikat “Luftkurort” wurde auch auf den Ortsteil Schlatzendorf ausgeweitet und zahlreiche Privatvermieter haben sich mit dem Tourismus ein zweites Standbein geschaffen. Durch den Bau des Feriendorfes “Schwarzholz” wurde das Bettenangebot in unserem Stadtteil ausgeweitet. Eine Urlaubsalternative ist auch der “Urlaub auf dem Bauernhof”, der vor allem im Bereich Rannersdorf, Eging und Pfahl angeboten wird. Hohe Ansprüche der Gäste erfüllt das Landhotel “Schnitzmühle”, das im kommenden Jahr durch einen umfangreichen Neubau sein Angebot erweitern will.

Durch die Ausweisung des Industriegebietes ”Oberschlatzendorf” haben sich zahlreiche Firmen angesiedelt und viele neue Arbeitsplätze sind entstanden. Die guten Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Viechtach kommen daher heute überwiegend aus dem Stadtteil Schlatzendorf!  

Erich Muhr

Literaturverzeichnis:

Walter Grössl    “Das Viechtreich”

Werner Pohl      “Die Pfahler von Pfahl”

Werner Pohl      “Die Baumhölzl-Chronik von Viechtach”

Werner Pohl      “Dr. Johann Bapt. Markstaller und seine Chronik – Der Markt Viechtach im Bayer. Wald -”

Beschlussbücher der Gemeinde Schlatzendorf

Festschrift der FF Schlatzendorf von 1976

Festschrift der FF Schlatzendorf von 2000

 

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